Salame Cocciopesto

 
 

In der Küche im Erdgeschoss haben wir einen Kalkboden eingebaut, einen Terrazzo Cocciopesto. Der Begriff Cocciopesto oder Opus Signinum stammt aus römischer Zeit und bezeichnet einen kalkgebundenen Estrich, der seine Farbe von Terracottascherben und -mehl bekommt. Weitere Zuschlagsstoffe wie Marmor, Kies oder Kalkstein ergeben nach dem Schliff eine mosaikartige Oberfläche. Die Optik solcher Böden erinnert je nach Färbung und Zeichnung an Mortadella, Salami oder Blutwurst, ideal also für eine Küche. Im Kanton Tessin sind Böden aus Terracottafliesen keine Seltenheit, und so bleibt selbst der Bezug zur Region erhalten. Der Boden Salame Cocciopesto schliesst an frühere künstlerische Arbeiten von Natalie Luder an, wie zum Beispiel der Speckschal Fou Lard.

Der 13 cm dicke Boden wurde im Rahmen eines Baustellenkurses in zwei Tagen eingestampft. In den folgenden Wochen wurde er regelmässig verdichtet. Nach zwei Jahren Trocknungszeit war er bereit zum Schliff und zeigt sich nun in glänzender Pracht. Die Fetteinschlüsse sind Marmorstückchen aus dem Valle di Peccia, mit einigen farbigen Flusssteinchen aus der Maggia ergänzt. Zertrümmerte Terracotta-Bausteine, die teilweise vom Abbruch der Wände stammen, ergeben Schattierungen des ganzen Spektrums gepökelten Fleisches. Für die rassigere Note sorgt eine Prise Eisenoxid Pigment. En Guete!