Parkett Barrique
Der Weinanbau und die Kelterung waren ein wesentlicher Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebes, der in den letzten Jahrhunderten in unserem Haus beheimatet war. So sind wir Besitzer einer (momentan) noch plombierten Schnapsbrennerei, einer Weinpresse und eines Stahltanks voller Essig. Im Keller fanden wir eine beachtliche Weinsammlung von Merlots aus den 70er Jahren vor, aber auch mannshohe Weinfässer aus Kastanien- und Eichenholz, in denen noch vor Stahltank-Zeiten der Wein gelagert und gestampft wurde.
Dieses wunderbare Material musste zur Geltung gebracht und bei unserem Umbau wiederverwertet werden. Der Holzwurm hatte bereits einige Partys in diesem Keller gefeiert und hätte die Fässer früher oder später zerstört. Um einen allzu rustikalen Touch zu vermeiden, entschieden wir uns das Holz in einem Parkett zu verarbeiten, sodass die Herkunft des Materials erst auf den zweiten Blick wahrgenommen wird. Erst galt es die riesigen Fässer auseinanderzunehmen. Ihre Innenseiten waren teilweise mit einer dicken, funkelnden Weinsteinschicht bedeckt. Der Zimmermann Stefan Höhn hobelte und zersägte die Dauben in Holzleisten, die er schliesslich paarweise in einem Fischgratmuster neu verlegte. Die verschiedenen Tonwerte des Holzes, die unterschiedlichen Maserungen und die Einfärbungen, die der gelagerte Wein verursacht hat, ergeben ein lebendiges, doch einheitliches Bild.